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Noch vier Monate bis zum 40. Wümmetfäscht

Hört man ihm zu, so freut man sich noch vor dem Sommer auf den Herbst: Heinz Buttauer ist seit Frühjahr 2012 Präsident des OKs Wümmetfäscht. Wenn er erzählt, dann lebt das WüFä bereits auf und man verweilt am letzten Septemberwochenende zwischen Ständen, Zelten und Attraktionen oder geniesst eines der Konzerte.

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OK-Präsident Heinz Buttauer auf dem neuen und zugleich ursprünglichen Festplatz des Wümmetfäschts bei der reformierten Kirche Höngg.  (Foto: Fredy Haffner)


Das Wümmetfäscht hat eine bewegte neuere Vergangenheit. Bereits bevor es 2011 zum letzten Mal stattfand, hatte die langjährige OK-Präsidentin Emerita Seiler ihren Rücktritt angekündigt. Und der Verein Handel und Gewerbe Höngg (HGH), einer der wichtigsten Mitorganisatoren, beschloss, das Fest nur noch alle zwei Jahre mit Manpower zu unterstützen. Die Suche nach einer Präsidiumsnachfolge gestaltete sich für den Quartierverein, unter dessen Patronat das WüFä organisiert wird, schwierig. Dies erzählte dessen Präsident Ueli Stahel eines Tages auch Heinz Buttauer, als er ihn im Dorf antraf. Die spontane Reaktion des Polizeibeamten, der als Sachbearbeiter bei der Quartierwache Höngg arbeitet, war eine viel geäusserte: «Das Wümmetfäscht darf doch nicht sterben!» Bloss fügte er – mehr aus «Kalberei», wie er sagt – diesem Bekenntnis noch hinzu, er werde dann also schon mithelfen. Aus dem «Kalb» wurde, wenn man so will, bald ein Rind, denn einige Zeit später traf man sich wieder: Stahel, der wusste, dass Buttauer als Präsident des Verbandes schweizerischer Polizeibeamter eine Organisation mit über 25  000 Mitgliedern geführt hatte, nahm diesen etwas mehr in die Pflicht. Alsbald traf sich Buttauer mit Clemens Aschwanden und Peter Kümmin, die sich beide schon über viele Jahre für das WüFä engagieren. Hinzu stiess auch Jeannine Matthys, die wegen ihrer Erfahrung als Eventmanagerin bei der Credit Suisse um Rat – und hintergründig natürlich um Mithilfe – angefragt worden war. Das Quartett machte eine erste Auslegeordnung: «Schnell war klar», blickt Buttauer zurück, «dass wir uns verstanden, denn die Ideen und Visionen sprudelten nur so und wir waren uns auch einig, was man bei einer Neuauflage des WüFä unbedingt beibehalten und was ebenso zwingend würde verändert werden müssen.»
Und mit diesem OK-Kernteam, mittlerweile um René Steiner ergänzt, der das Ressort Finanzen betreut, stellte sich Heinz Buttauer guten Gewissens der Wahl als Präsident. Und Ueli Stahel konnte ihn an der Generalversammlung des Quartiervereins 2012 offiziell als solchen begrüssen – das WüFä ging seiner Zukunft entgegen.

Zurück zu den Wurzeln
Die eigentliche Arbeit des OK jedoch – alle Chargen mitgerechnet engagieren sich heute rund 30 Personen – begann damit erst und vieles blieb zu klären. Zum Beispiel die Lage des Festplatzes, denn der Schulhausplatz Bläsi wird diesen Herbst wegen der Renovation des Schulhauses von provisorischen Schulraumcontainern beansprucht. Um das WüFä im Dorfzentrum zu behalten, besann man sich auf den historischen Dorfkern bei der reformierten Kirche, wo 1973 auch das erste Wümmetfäscht gefeiert wurde. Was da nun aber fehlt, ist der Platz für das grosse Zelt. Doch darin sieht das OK keinen Nachteil, fallen so doch die hohen Infrastrukturkosten weg. «Das Zelt war zudem oft nur an einem Abend wirklich gut gefüllt, so dass Stimmung aufkam», begründet Buttauer, warum man im Wegfall nicht nur Negatives sieht. Nun wird man anstatt einem grossen Konzert am Freitag an zwei Abenden im grossen Saal des nahen Kirchgemeindehauses zu Musik feiern können. Der Freitagabend wird, so darf bereits verraten werden, mit der Silvia Schürch Band und danach Angy Burri & The Apaches Country auf dem Programm stehen, inklusive passenden kulinarischen Köstlichkeiten. Und am Samstag wird die Swiss Band, die eben den Prix Walo gewann, für Stimmung sorgen.
Nicht mehr auf dem Schulhausplatz stattfindend, ist das WüFä auch nicht mehr an den Herbstferientermin gebunden. Auch das wird begrüsst: Am neuen Termin jeweils am letzten Septemberwochenende ist niemand in den Ferien und vom Wetter – ein wichtiger Faktor für das Gelingen des WüFä – darf erwartet werden, dass es noch wärmer und trockener ist als am früheren Termin Mitte Oktober, wo oft genug Regen und Kälte die Stimmung trübten.
Lange wurde auch befürchtet, die neuen Gebührenvorschriften der Stadt könnten für das WüFä – wie bei anderen Festanlässen geschehen – das Aus bedeuten. Um dies zu klären, ging Buttauer zusammen mit seiner Vorgesetzten Melanie Serschön, Kreischefin 10, zur Abteilung Bewilligungen der Stadtpolizei Zürich. Dort werden Bewilligungen in den Bereichen Gastwirtschaften, Veranstaltungen und Märkten auf öffentlichem Grund erteilt. Die beiden erkundigten sich gründlich bei ihren Kollegen und argumentierten geschickt. Doch erst als der offizielle Bescheid vorlag, fiel Buttauer der berühmte Stein vom Herzen: Das WüFä bekommt den Status eines Quartierfestes und damit werden die Bewilligungskosten nicht teurer als 2011: vorausgesetzt, man beansprucht nicht mehr als 150 Quadratmeter öffentlichen Grund. Dies, so Buttauer, reicht für die ortsansässigen Vereine oder Firmen völlig aus, zumal die Restaurationsbetriebe nicht mitgerechnet werden.
Unterdessen ist auch das Abfall-, das Toiletten- und das Konzept für Mehrweggeschirr eingereicht und abgesegnet, alles Kriterien, die schon manche Festorganisatoren scheitern liessen.

Die Zahlen müssen stimmen
Bei allem Enthusiasmus, den Heinz Buttauer für das WüFä aufbringt, bleibt er Realist – und diesem ist eines zentral wichtig: «Wir wollen keine roten Zahlen schreiben». Die Gleichung eines ausgeglichenen Budgets ist theoretisch einfach: rund 100  000 Franken braucht es, damit das WüFä überhaupt stattfinden kann. Mindestens so viel muss auf der Erlösseite über den Ticketverkauf, Konsu­mation, Sponsoring und die Einnahmen aus dem Inserateverkauf der Programm-Sonderseiten im «Höngger» sowie das Tischset wieder hereinkommen, damit von der Defizitgarantie, welche der Quartierverein dem WüFä gewährt, nicht erneut Gebrauch gemacht werden muss, denn diese Quelle kann nicht unendlich angegangen werden.
Doch die Sponsorensuche verläuft schwieriger als noch vor einigen Jahren und wie weit die Firmen bereit sind, in Werbung zu investieren, ist ebenfalls noch eine unsichere Komponente. «Entscheidend bleibt deshalb», betont Buttauer, «dass viele  Besucher kommen und das Wümmetfäscht durch ihre Konsumation und Konzertbesuche unterstützen.» 
Und damit ist der OK-Präsident wieder in seinem Element und preist das viel breitere kulinarische Angebot, das erweiterte Kinderprogramm, die stimmungsvolle Gewerbebeiz und den Wümmetznüni des HGH und alle anderen Aktivitäten, über die der «Höngger» in einer Serie mit den Ressortverantwortlichen noch berichten wird.
Bloss den 27. September kann Heinz Buttauer noch nicht herbeizaubern – den Abend, an dem er erstmals nicht als Polizist am WüFä patrouillieren, sondern als OK-Präsident die Besuchenden herzlich begrüssen wird.


40. Wümmetfäscht 
vom 27. bis 29. September bei der reformierten Kirche Höngg und in der näheren Umgebung.
Künftig immer in ungeraden Jahren, jeweils abwechslungsweise mit Festumzug oder Gewerbeschau.
Weitere Informationen auf www.wuemmetfaescht.ch oder folgend im «Höngger».


 

 
Erste Ergebnisse der HGH-Umfrage

1034 Personen  hatten an der Umfrage des Vereins Handel und Gewerbe Höngg (HGH) zur Lage des Höngger Detailhandels teilgenommen. Der «Höngger» präsentiert die ersten Auswertungen  und Daten in einer exklusiven Serie. Im ersten Teil geht es um demografische Auswertungen und: wo wird wie oft für wie viel eingekauft und wie ist man dabei unterwegs?   
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Vergleiche mit anderen Statistiken zur lokalen Bevölkerung zeigen, dass die erhobenen Daten durchaus repräsentativ für die Höngger Bevölkerung sind – zumal wenn sie im expliziten Zusammenhang mit dem Einkaufsverhalten betrachtet werden. So gehörten zum Beispiel 33  % der Befragten (1034 = 100  %) der Altersklasse der über 65-Jährigen an, 18  % jener zwischen 55 und 64, 19  % waren zwischen 45 und 54 Jahre alt, 16  % zwischen 35 und 44 Jahren und 9  % zwischen 25 und 34. Oder zusammenfassend von den unteren Altersklassen her betrachtet: 95  % aller Antworten stammen von über 25-Jährigen. Natürlich leben in Höngg anteilmässig mehr als nur 5  % Menschen jüngeren Alters, doch für den Einkauf vor Ort sind sie statistisch eher weniger repräsentativ  – mal abgesehen davon, dass die ganz Jungen das «spontane» Einkaufsverhalten der Eltern im Kassenbereich dann und wann zu  beeinflussen vermögen.

Nein, Höngg hat keinen Frauenüberschuss
65  % aller Fragebögen wurden von Frauen ausgefüllt. Auch dies zeigt nicht, dass Höngg einen massiven Frauenüberschuss hätte, spiegelt die Realität aber insofern, dass eben auch heute noch mehrheitlich Frauen für den Einkauf verantwortlich sind und die entsprechenden Angaben zu liefern wussten − und dies auch taten.

Die klassische «Hausfrau» gibt es kaum mehr
91  % der Befragten gaben Höngg als Wohnort an. Doch nur 16  % arbeiten auch hier, denn 41  % gaben «auswärts» als Arbeitsort an. Alle anderen zählten zu den Pensionierten (33  %) oder machten keine Angaben zum Arbeitsort. Interessant: nur noch 7  % gaben als Beruf ausschliesslich Hausfrau oder -mann an, 56  % hingegen sind voll oder teilweise berufstätig.
Ganz allgemein sind auch deshalb relevante Erkenntnisse zum Höngger Detailhandel und wie er wahrgenommen wird zu erwarten, da total 93% der Befragten angaben, alleine oder zusammen mit jemand anderem für die Haushaltsführung verantwortlich zu sein. Man wusste also, worüber man Auskunft gab.

Treu und mehrmals pro Woche
Dass Höngg bekanntlich eher treue Bewohnerinnen und Bewohner hat, zeigt sich auch darin, dass 81  % angaben, seit mehr als fünf Jahren hier einzukaufen. Und zwar regelmässig: Das örtliche Detailhandelsangebot wird von 24  % einmal und von 50  % gar mehrmals pro Woche genutzt. 9  % gaben gar an, täglich in Höngg einzukaufen.
Gefragt wurde auch, wie hoch man ungefähr den wertmässigen Anteil der in Höngg eingekauften Produkte an den Gesamtausgaben des Haushalts für «Güter des täglichen Bedarfes» einschätze. Die Hälfte, also der Medianwert aller Antwortenden, gab an, wertmässig rund 70  % oder mehr dieser Produkte in Höngg einzukaufen. Bei der anderen Hälfte lag der Wert bei 70  % oder darunter.

Ein Drittel kommt motorisiert
Wie kommen die Kunden zu den Geschäften und wie danach die Einkäufe wieder nach Hause? Hier zeigt sich eine Drittelung: 31  % der Kunden fahren mit dem Auto oder Motorrad zum Einkaufen, 32  % kommen mit dem öffentlichen Verkehr oder dem Fahrrad und 35  % gehen zu Fuss. Wie diese Zahlen zu werten sind, respektive welches politisches Kapital daraus geschlagen werden wird, darüber werden sich die Gemüter bestimmt erhitzen (Grafik 2).

Und wie hat sich das Einkaufsangebot entwickelt?
Zu dieser Frage herrschten in Höngg vor der HGH-Umfrage die unterschiedlichsten Vermutungen. Nun sind erstmals Zahlen verfügbar, die aufzeigen, wie die Entwicklung effektiv eingeschätzt wird: In den vergangenen drei bis fünf Jahren sei das Angebot vergleichbar geblieben, fanden 23  % der Befragten. «Etwas besser» oder sogar als «wesentlich besser» wurde es von zusammen 28  % eingestuft. Doch zusammen volle 39  % aller Antwortenden stuften das Angebot als «etwas schlechter» oder gar «wesentlich schlechter» ein (Grafik 1).
Da wird man sich fragen müssen, ob die 23  %, welche mit «vergleichbar» antworteten und jene 39  %, welche eine Abnahme des Angebots konstatieren – also zusammen 62  % – nicht doch eine beunruhigende Mehrheit an Kunden sind, die sich naturgemäss eher an stetig besser werdenden Angeboten erfreuen und solche auch gerne nutzen würden? Natürlich wird niemand erwarten, dass Höngg mit der Angebotsbreite der Zürcher City konkurrieren kann, zu der 56  % Befragten sagen, sie würden dort mindestens einmal monatlich einkaufen gehen. 29  % tun dies übrigens im Einkaufszen­trum Letzipark, 26  % in Regensdorf und weitere 23  % in Altstetten. Doch wie viele dieser Einkaufs-«Ausflüge» finden statt, weil in Höngg das gesuchte Angebot schlicht nicht vorhanden ist? Zum Beispiel an Papeterie- oder Sportartikeln? Und ist die Kundschaft erst mal weg von Höngg, ist dies stets mit der Möglichkeit verbunden, dass sie dann in fernen Einkaufszentren gleichzeitig noch Artikel einkaufen, die durchaus auch hier erhältlich gewesen wären.


Der zweite Bericht zu den Umfrageergebnissen erscheint am 30. Mai und wird detaillierter auf die Bewertung der Angebote des Höngger Detailhandels eingehen.


 
Jung-Regisseur hat Amerika «vor der Linse»

Robert Kouba, der im September gerade mal 21 Jahre alt wird, hat grosse Ziele: Nächstes Jahr zieht er nach Los Angeles, um der Filmbranche näher zu sein als in Höngg. Doch zuvor dreht er den Spielfilm «Aurora», eine Liebesgeschichte der besonderen Art.

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Robert Kouba (ganz links) während eines Drehs. (zvg)


Seit er zehn Jahre alt ist, gehört die Videokamera zu Robert Kouba wie für andere Kinder in diesem Alter ihr Spielzeug. «Seit ich mich erinnern kann, habe ich bei jeder Gelegenheit Filmchen gedreht – meine Eltern, meine Schwester und unser Hund mussten natürlich immer mitspielen, da ich ja Darsteller brauchte», so der junge Höngger mit einem Lächeln. Seit drei Jahren ist er Inhaber der Filmproduktionsfirma Vantispictures, und in den letzten fünf Jahren hat er «zwischen 20 und 30» Kurzfilme gedreht – «da lauft öppis», denkt man unweigerlich, wenn man dem schlanken, jungen Mann beim Erzählen zuhört.

Die Zuschauer ein anderes Leben leben lassen
Was fasziniert ihn am Film? «Als Regisseur kann ich eine Geschichte erzählen, ich kann die Leute für ein paar Stunden aus ihrem Alltag entführen und ein anderes Leben leben lassen», so Robert Kouba, der tschechische Wurzeln hat. Das Publikum sei ihm sehr wichtig, schliesslich schreibe er für dieses und nicht nur für sich selbst. «Filme sollen Unterhaltung sein, das Publikum will sich faszinieren lassen.»
Kurzfilme seien eine Liga, Spielfilme die andere. «Ich will mit meinem ersten Spielfilm ‹Aurora› nun in die Spielfilmliga eintreten und möglichst viele Leute erreichen und berühren.» Eine eigene Firma habe er gegründet, damit er seine Freiheiten haben könne – die künstlerische, die produktive und auch die des Vertriebes. «Natürlich arbeite ich mit anderen Leuten und Firmen zusammen, aber die Gesamtverantwortung liegt bei mir, ich bin sozusagen eine ‹One-Man-Army›.»
Nach dem Abschluss der Swiss International School bestand er an der Minerva-Schule das KV, absolvierte im Jahr 2010 ein einjähriges Praktikum, arbeitete 2012 bei einer Bank und besuchte gleichzeitig während zwei Jahren die Filmschule SAE – und nun dreht sich alles nur noch ums Filmemachen.
Wer Robert Koubas Firmenwebsite und die Filmwebsite des neuesten Projektes «Aurora» anschaut, dem fällt unweigerlich auf, dass alles in Englisch geschrieben ist und auch ‹Aurora› ein englischsprachiger Film sein wird. Warum das? «Ich bin sehr Amerika-orientiert, denn Amerika produziert Filme für die ganze Welt. Egal ob in Schweden oder der Schweiz, amerikanische Filme schaffen es meist überall hin.» Deshalb fokussiere er sich nicht auf die Schweiz. «‹Aurora› wird zwar teilweise in der Schweiz und daneben in der Tschechischen Republik gedreht, aber der Film hat nichts mit der Schweiz zu tun – deshalb erhalte ich auch keine schweizerischen Filmförderungsbeiträge.»

Film mittels Crowd-Funding finanzieren
Der junge Regisseur, der nicht mehr wie früher selbst die Kamera in der Hand hält, bringt das Geld auf andere Art und Weise zusammen: «Einerseits habe ich private Investoren, die mir schon 40  000 Franken gegeben haben, andererseits läuft auf der Crowd-Funding-Website www.kickstarter.org eine Geldsammlung, welche bis zum 26. Mai läuft. In den ersten fünf Tagen haben die Leute unglaubliche 26  000 Dollar gespendet!» Nach genau einem Monat sollen 50  000 Dollar zusammengekommen sein – bis zum Redaktionsschluss waren es 34  000 Dollar. «Ich bin sehr überrascht, wie viel gespendet wird, und dies aus der ganzen Welt! Spenden aus Afrika, Dänemark oder Norwegen treffen ein. Und alle diese Leute kenne ich nicht – sie finden einfach mein Projekt ‹Aurora› cool – das ist ein sehr schönes Gefühl.»
Auch auf Twitter habe er eine gros­se Fangemeinde, da er regelmässig Nachrichten veröffentliche. Es sei ihm sehr wichtig, mit Spendern und Fans einen regen Austausch zu haben. «Ich möchte nicht einfach die Spenden erhalten – bei denen es einen Mindestbetrag von gerade einem Dollar gibt – sondern auch einen Gegenwert bieten.» Je nach Spenden­höhe gibt es einen Gratis-Download des fertigen Films ‹Aurora›, DVDs und BluRayDiscs, Plakate, T-Shirts oder gar einen Tag am Filmset – entweder zum Zuschauen oder zum selber Mitmachen als Statist. Man wird zudem im Filmabspann erwähnt und erhält eine Einladung zur Première.

Roboterliebesgeschichte im Jahr 2080
Um was geht es in ‹Aurora›? «Es ist das Jahr 2080, vor sechzig Jahren haben Roboter und Maschinen die Weltherrschaft übernommen. Andrew, ein junger Mann, erwacht nach diesen 60 Jahren in einem Autowrack und trifft die junge Frau Calia, welche zum Zufluchtsort Aurora, wo die wenigen verbliebenen Menschen leben, will. Sie überredet Andrew, mit ihr dorthin zu kommen. Bei einem Unfall findet sie heraus, dass er kein Mensch ist...». Mehr verrät Robert Kouba nicht, bloss dass es sich um eine Roboterliebesgeschichte handelt. Wer ihn jedoch vom Projekt erzählen hört, der möchte den Film unbedingt sehen – die Begeisterung des jungen Regisseurs ist mitreissend, seine Planung beeindruckend: Seit gut vier Monaten ist er am Drehbuchschreiben, momentan hilft ihm ein Amerikaner in Los Angeles, den Szenen den letzten Schliff zu verleihen. «Dazu gehören viele E-Mails, Videokonferenzen mitten in der Nacht, da die Zeitverschiebung neun Stunden beträgt, und wenig Schlaf», so Robert Kouba. Wenn das Drehbuch fertig ist, wird der Filmdreh vorbereitet. Drehstart ist Ende Juli in der Schweiz, Ende August geht es in Tschechien weiter.
Woher nimmt Robert Kouba die Energie für seine ehrgeizigen Ziele? «Aus dem Spass an der Sache. Ich lebe für den Film, und Science Fiction-Geschichten interessieren mich schon, seit ich ein kleiner Bub war. Aliens, Roboter, Zukunftsvisionen und fremde Universen – das ist der Stoff der Filme, die mich interessieren.» Dass er auf einem guten Weg ist, zeigen die über 15 Millionen Downloads im Internet, die sein Kurzfilm «The Rift» bisher hatte. Der Film wurde zudem am japanischen Fernsehen gezeigt, wo er auf grosse Resonanz stiess.
Robert Koubas Umzug nächstes Jahr nach Los Angeles ist somit naheliegend, und zudem «kenne ich viele Leute dort und bin zuversichtlich», so der Höngger Regisseur.

 


 

www.aurorafilm.org/kickstarter
www.aurorafilm.org
www.vantispictures.com

 


 

 
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